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Dieter Halbach

Der mittlere Weg

Für eine Politik ohne Feindbilder

Gibt es einen mittleren Weg in Zeiten der zunehmenden Polarisierung? Zu Zeiten des historischen Buddha wurden in den religiösen Schulen extreme Formen von Askese praktiziert. Buddha selbst ist dabei an die Grenze zur Selbstzerstörung gestoßen. In einem Gleichnis erzählt er, wie er am Ufer eines Flusses meditierte, als er die Klänge einer Laute hörte. Ihr Ton war schlaff. Daraufhin versuchte jemand die Saite zu spannen, doch dabei riss die Saite. In diesem Moment wurde Buddha die Bedeutung des Mittleren Weges bewusst. Nur wenn eine Saite die richtige Spannung zwischen den Extremen hat, kann sie einen schönen Klang erzeugen.

Der Mönch Ajahn Chah sagt dazu: „Es gibt zwei Seiten, aber die Leute neigen dazu, auf der einen Seite zu gehen oder auf der anderen. Wenn da Liebe ist, gehen wir auf dem Pfad der Liebe. Wenn da Hass ist, dann gehen wir auf dem Pfad des Hasses. Da ist selten jemand, der in der Mitte geht. Es ist ein einsamer Pfad.“

Was bedeutet das in einer Zeit, in der die Extreme zunehmen? Kann es einen Mittleren Weg in der politischen Kultur geben? Ich sehe vor mir das Bild, wie buddhistische Mönche sich in der Debattierkunst üben. Sie tragen vehement ihre Argument vor und gleichzeitig halten sie mit ihren Händen ständig die aufsteigenden Geister der Besserwisserei nach unten. Das erste wäre also eine innere Disziplin der bewussten Sprache und der Gedanken. Das zweite wäre die Diziplin der Kommunikation, der Übung des Zuhörens und der Einfühlung.

Zuhören im postfaktischen Zeitalter.

Auch das faktisch genaue Zuhören hat einen großen Wert im postfaktischen Zeitalter. Mit ihm beginnt der Ausstieg aus der eigenen Blase. Im besten Fall kann ein kreativer Dialog entstehen, aus dem beide verändert hervorgehen. Wo aber sind die heutigen „Buddhas“ in der politischen Auseinandersetzung? Es ist Zeit aufzuwachen! Raus aus den alternativen Ghettos, dahin wo es weh tut.

Dieter Nuhr sagte bei seinem satirischen Jahresrückblick 2016:

„Die Mitte, das ist heute nicht mehr der bequeme Ort für Spießer. In der Mitte ist man heute zwischen den Stühlen, das ist viel mühsamer als vorgefertigte ideologische Parolen in die Runde zu werfen. Und wenn sich der pöbelnde Mainstream an den Rändern sammelt, dann müssen sich die Vernunftbegabten wohl oder übel in der Mitte treffen, die bei uns oft so gerne verachtet wird. Da, wo alles eben nicht so einfach ist, weil man von da aus nach beiden Seiten sieht und mühsam abwägen muss.“ Das wäre ein großes kulturell-politisches Projekt für das Jahr 2017.

Erstveröffentlichung als Oya-Kolummne, Winter 2016 (www.oya-online.de)


Alicia Hamm

2017: DIE KRAFT UND MACHT DER VISIONEN

Um etwas in unserem Leben wahr werden zu lassen und manifestieren zu können, müssen wir es sehen.

Daher die Wichtigkeit des Traumes, der Visionen und dessen, was wir uns vorstellen.
Die Bedeutung des Traumes ist eine Botschaft der Seele, des Unbewussten, dessen, was das Gehirn nicht wahrnimmt, auch wenn es für unser Leben wichtig sein könnte. Sie bringt uns Antworten, Warnungen oder Ratschläge, vervollständigt unseren Prozess und die bewusste Suche.
Aber Tag-Träumen ist auch wichtig, weil es dem Geist ermöglicht durch noch nicht manifestierte Dimensionen zu wandern, um den Traum der Realität näher zu bringen.

Der menschliche Geist ist nicht in der Lage, das total Unmögliche zu sehen, er verwendet bekannte Bilder, auf ungewöhnliche Weise gemischt, so wie Leonardo die Flügel der Vögel benutzte, um seine Erfindungen in seinem Traum vom Fliegen zu illustrieren: unmöglich damals, Realität heute.

DIE VISIONEN

Allerdings funktionieren die Visionen anders.
In den Visionen vermengt sich kollektives Denken mit den Gedanken des Einzelnen, der natürliche Geist mit dem Übernatürlichen, das Diesseits mit dem Jenseits...

Die Vision transzendiert Zeit und Raum, aber wenn sie sich vermischt mit den Gedanken des Einzelnen und dem kollektiven Denken verformt und verschleiert sie sich.

Wir sehen es in den Filmen über die Zukunft, die mit Visionen der Zerstörung und Bedrohung gefüllt werden, sie sind die Manifestation der Angst der Menschen. Es werden keine Filme von Glück, Schönheit, Gesundheit und dem perfekten Paradies auf Erden gemacht, weil die kollektiven Träume diese Dimension noch nicht erreichen.
Sie träumen von Superhelden mit Superkräften, aber diese Helden benutzen ihre Superkräfte, um in immer den gleichen Konflikten zu kämpfen: Macht, Unterdrückung, Ungerechtigkeit, Gewalt ... Sie geben die Realität wieder, die sie sehen und projizieren sie in die Zukunft; sie reproduzieren, was sie fürchten, was sie nicht wollen.

Aber - was wollen sie?
Was wollen sie sehen?
Wer ist fähig, die Tür zum Licht offen zu sehen?
Wer ist in der Lage, das Paradies auf Erden zu visionieren?
Erinnern wir uns, dass das Wort Paradies aus dem Griechischen und Persischen kommt und das Wort "Garten" mit dem Wort "erschaffen" verbindet.
Wer in der Lage ist es sehen zu können, wird in der Lage sein es zu erleben. Hier und jetzt.

Das ist die Macht der Visionen, wenn wir sie sehen und an sie glauben.

Aber wer kann ein nicht bedrohtes Paradies sehen? Wer ist frei von Angst?
Im vergangenen Jahr hatten wir die Frage des absoluten Vertrauens. Lassen wir uns aus dem Vertrauen an unseren Visionen arbeiten.
Wir kennen die Macht des Gebets, aber beten wir ohne Angst?
Beten wir im Bewusstsein des Mangels dessen, worum wir bitten, oder tun wir es in der Freude des Empfangens?

Beleuchten wir unseren Schatten mit dem Licht der Wahrheit, einfacher Aufrichtigkeit.
Denken wir daran: der Schatten ist die Form (ein nicht-durchlässiger oder transparenter Körper, der sich in den Weg des Lichts stellt und einen Schatten in der Form seiner Figur wirft).

Lasst uns nicht immer wieder die gleiche Form reproduzieren.

Arbeiten wir mit der Vergebung, um keine Angst vor der Strafe zu haben, um keine Angst vor uns selbst zu haben.

Reinigen wir uns von Furcht, um unser Glück sehen zu können.
Wenn wir unsere Visionen verbessern, werden wir auch besser.

Erlauben wir uns, Mutter Erde als unseren Garten und unser Leben als etwas zum Feiern zu sehen.

Wenn wir uns eine Welt des Friedens und der Liebe vorstellen können, dann wird das möglich sein.


Alicia Hamm

2016: ABSOLUTES VERTRAUEN

Was heisst “Absolutes Vertrauen”?

 

Was haben wir gelernt in den letzten Jahrzehnten

 

über die Kraft der Gedanken, über die Macht der

 

Worte, über unsere Fähigkeit unsere Realität zu

 

manifestieren, die Realisierung unserer Wünsche,

unsere geistige Kraft und Macht?

 

Die Kraft und Macht des Gebets...

 

Die Konsequenz ist, dass “meine” Realität so wird, wie

ich denke und fühle, wie ich sage und tue, wie ich

handle und wie meine innere Haltung ist.

 

Die Innenwelt wird nach außen projiziert, und diese

Projektion wird dann für die Realität gehalten.

 

Die Welt ist unser Spiegel.

 

Wir leben in einem Spiegelraum wie in einer Luftblase

und wir halten das Bild, das wir in diesem Spiegel

reflektiert sehen, für die allgemeine Realität.

 

Wenn wir aber uns selbst reflektieren, indem wir in

unsere Stille nach innen schauen... Dann wird die

Luftblase durchsichtig, wir werden transparent, wir

blicken durch... und sehen die Wirklichkeit.

 

So erkennen wir, wer und was vor uns steht.

 

Das geschieht durch Ehrlichkeit.

 

Hier hilft “nicht urteilen”, denn das erlaubt, tief hinein

zu blicken in Mitgefühl und Selbstverzeihen.

 

Selbstversöhnung bringt Heilung und das erzeugt

großes Verständnis und Dankbarkeit, auch für die

eigenen Fehler, denn dank dieser Fehler sind wir

fähig, andere zu verstehen und zu verzeihen.

 

Trauere nicht um das Wasser, das dir durch die Finger

weg rennt...

Sondern wundere dich, woher das Wasser ständig

weiter zu dir fließt...

Wenn du schaust, wie es weg rennt fürchtest du, es

könnte für immer verloren sein oder zu Ende gehen...

Wenn du aber dich wunderst, dass es immer noch

weiter zu dir fließt und schaust, woher es kommt:

Dann entdeckst du den Brunnen!

 

Die Zeit ist wie das Wasser.

 

Urvertrauen ist wie die Ewigkeit.

 

Verschonen wir die Welt und unsere Mutter Erde mit

unseren negativen, angsterfüllten Projektionen.

Fangen wir an, das Paradies in unserer eigenen

Luftblase zu erschaffen.

 

Kleine Biotope, kleine Oasen, in welchen sich die

Atmosphäre reinigt.

 

Die Luftblase um uns herum ist unsere Aura, die

Ausstrahlung der Seele, des Herzens und der

Gedanken.

 

Lass' den inneren Frieden in uns wohnen und ihn

nach außen projizieren...

 

So können wir dann endlich den Frieden auf Erden

bringen.

 

Es mag uns wundern, dass in so einer langen

Menschheits- Geschichte wir noch nie Frieden auf der

ganzen Erde hatten.

 

Es sollte uns noch mehr wundern, dass wir immer

noch da sind.

 

Uns ist sehr geholfen worden, wir haben so viel

überlebt...

 

Wir sind geliebte Kinder.

 

ABSOLUTES URVERTRAUEN

 

 


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